Begabte Kinder in der Schule
Begabung braucht frühe Förderung
Eine Richtigstellung vorab: Die häufig geäußerte Behauptung, dass Begabte keine besondere Förderung brauchen, weil sie bereits die Voraussetzungen zu außergewöhnlichen Fähigkeiten mitbringen, stimmt nicht. Man denke nur an Leistungssportler oder Spitzenmusiker – ohne hartes Training bzw. intensives Üben könnten sie niemals die Leistungen erbringen, für die sie berühmt sind und beachtet werden.
Das war lange Zeit keine Selbstverständlichkeit. Fanden Höchstleistungen im sportlichen bzw. im musikalisch-künstlerischen stets Anerkennung, galten diese im intellektuellen Bereich geradezu als fragwürdig, ja verdächtig. Dazu kam die verbreitete, meist aus ideologischen Gründen vertretene Einstellung, Begabtenförderung ginge zu Lasten der Chancengerechtigkeit im Bildungswesen – eine Behauptung, die sich als unhaltbar erwies.
Seit ungefähr zehn Jahren hat, möglicherweise in Folge der "PISA"-Studien, ein Umdenken eingesetzt. So ist mittlerweile anerkannt, dass intellektuelle Begabung und intellektuell Begabte bestmögliche Förderung brauchen und verdienen. Und zwar so früh wie möglich.
Falls sich bereits im Kindergarten die Frage nach einer früheren Einschulung stellen sollte, ist unbedingt zu berücksichtigen, dass bei vielen (hoch-)begabten Kindern die intellektuelle Entwicklung schneller verläuft als die gefühlsmäßige ("emotionale") und körperliche Entwicklung. Fachleute sprechen von einer asynchronen Entwicklung. Darauf sollten Eltern aber auch Fachkräfte im Kindergarten in jedem Fall achten.
Begabung braucht Förderung - aber sie darf nicht eingefordert werden.
Begabungsförderung ist fast immer individuelle Förderung, die seit einiger Zeit und wohl nicht zufällig stärker in den schulischen Blickpunkt gerückt ist. Dabei sind die Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer weit gefächert. Nicht alle (hoch-)begabten Schülerinnen und Schüler treten durch besondere Leistungen hervor (siehe auch Was sind "Minderleister"?), wie andererseits nicht alle, die durch sehr gute Leistungen auf sich aufmerksam machen, gleich (hoch-)begabt sein müssen. Aber sie alle müssen gefördert werden. Hinzu kommt die besondere Problematik vieler (hoch-)begabter Mädchen, die sich lieber anpassen als mit sehr guten Leistungen hervortreten wollen.
In diesem Zusammenhang sei ein Vorurteil korrigiert, das seit vielen Jahren in der öffentlichen Diskussion zu hören ist: (Hoch)Begabung sei mit gestörtem Sozialverhalten verbunden. Diese Annahme ist von der Forschung ebenso gründlich untersucht wie einhellig als zu pauschal widerlegt worden.
Die Forschung nennt hier Kinder und Jugendliche, die
Und: Begabung, auch Hochbegabung sind keine Seltenheit, wenn man daran denkt, dass statistisch gesehen etwa zwei von 100 Schülerinnen und Schülern als hochbegabt gelten und dazu rund acht als deutlich überdurchschnittlich begabt. Das heißt auch, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer mit (Hoch-)Begabung konfrontiert ist.
Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. bei Kurt A. Heller; Carsten Rohlfs; Hella Schick; Albert Ziegler.
Vertiefend zu diesem Text weiterlesen: Kreativität und Motivation
Seit ungefähr zehn Jahren hat, möglicherweise in Folge der "PISA"-Studien, ein Umdenken eingesetzt. So ist mittlerweile anerkannt, dass intellektuelle Begabung und intellektuell Begabte bestmögliche Förderung brauchen und verdienen. Und zwar so früh wie möglich.
Entscheidend ist das Vorschulalter
Nicht zuletzt die Fortschritte in der Hirnforschung haben zur Einsicht geführt, dass die Förderung intellektueller Begabung schon im Vorschulalter einsetzen sollte. Dabei ist generell zu beachten, dass sich diese nicht in erster Linie auf Wissenserwerb und Wissenszuwachs konzentrieren muss, wohl aber darauf, Neugierde zu wecken und die Motivation zu unterstützen, neue Herausforderungen anzunehmen.Falls sich bereits im Kindergarten die Frage nach einer früheren Einschulung stellen sollte, ist unbedingt zu berücksichtigen, dass bei vielen (hoch-)begabten Kindern die intellektuelle Entwicklung schneller verläuft als die gefühlsmäßige ("emotionale") und körperliche Entwicklung. Fachleute sprechen von einer asynchronen Entwicklung. Darauf sollten Eltern aber auch Fachkräfte im Kindergarten in jedem Fall achten.
Begabung braucht Förderung - aber sie darf nicht eingefordert werden.
Begabte Kinder in der Schule
Die Förderung begabter junger Menschen gehört zu den ureigenen Aufgaben der Schule. Lehrerinnen und Lehrer sehen es heute als eine selbstverständliche Herausforderung an, nicht nur schwache Schülerinnen und Schüler zu fördern, sondern ebenso starke. So äußert sich ein faires Verständnis von Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Und dies nicht zuletzt im Interesse derjenigen jungen Menschen, möglicherweise mit Migrationshintergrund, die in ihren Familien keine oder nur geringe Möglichkeiten irgendeiner Förderung erfahren können.Begabungsförderung ist fast immer individuelle Förderung, die seit einiger Zeit und wohl nicht zufällig stärker in den schulischen Blickpunkt gerückt ist. Dabei sind die Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer weit gefächert. Nicht alle (hoch-)begabten Schülerinnen und Schüler treten durch besondere Leistungen hervor (siehe auch Was sind "Minderleister"?), wie andererseits nicht alle, die durch sehr gute Leistungen auf sich aufmerksam machen, gleich (hoch-)begabt sein müssen. Aber sie alle müssen gefördert werden. Hinzu kommt die besondere Problematik vieler (hoch-)begabter Mädchen, die sich lieber anpassen als mit sehr guten Leistungen hervortreten wollen.
In diesem Zusammenhang sei ein Vorurteil korrigiert, das seit vielen Jahren in der öffentlichen Diskussion zu hören ist: (Hoch)Begabung sei mit gestörtem Sozialverhalten verbunden. Diese Annahme ist von der Forschung ebenso gründlich untersucht wie einhellig als zu pauschal widerlegt worden.
Anzeichen für Begabung
Diese Forschung hat auch eine Reihe von Kennzeichen zusammengestellt, die auf überdurchschnittliche Leistungsstärke und Intelligenz hinweisen können (siehe auch Wie erkenne ich Begabung?).Die Forschung nennt hier Kinder und Jugendliche, die
- lernen wollen und dies auch schneller und ausdauernder können als die meisten Gleichaltrigen,
- über ein ungewöhnlich gutes Gedächtnis und zugleich logisches Denkvermögen verfügen,
- durch Neugier und Phantasie bei der Lösung von Aufgaben auffallen,
- von ihren Lehrerinnen und Lehrern mehr fordern als Gleichaltrige.
Und: Begabung, auch Hochbegabung sind keine Seltenheit, wenn man daran denkt, dass statistisch gesehen etwa zwei von 100 Schülerinnen und Schülern als hochbegabt gelten und dazu rund acht als deutlich überdurchschnittlich begabt. Das heißt auch, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer mit (Hoch-)Begabung konfrontiert ist.
Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. bei Kurt A. Heller; Carsten Rohlfs; Hella Schick; Albert Ziegler.
Vertiefend zu diesem Text weiterlesen: Kreativität und Motivation