Intelligenztests in der Praxis
Testen - ja oder nein?
Viele Fragen beschäftigen Eltern von begabten Kindern: Ab wann sollte ich mein Kind testen lassen? Warum? Wer sollte die Tests durchführen und was passiert nach dem Test?
Ab wann testen?
Kinder können erst ab einem Alter von etwa fünf Jahren zuverlässig getestet werden; das heißt nicht, dass jüngere Kinder auf keinen Fall getestet werden sollten, allerdings sind Ergebnisse und mögliche Einschätzungen dann weniger sicher.
Warum testen?
In erster Linie, um Eltern und/oder Lehrerinnen und Lehrern Entscheidungen über die weitere Schullaufbahn zu erleichtern:
Wer sollte testen?
Auf keinen Fall das Internet! Tests sollten vielmehr Expertinnen und Experten mit entsprechender psychologischer Fachausrichtung durchführen. Sie haben die erforderlichen Kenntnisse zur Durchführung, Auswertung und Interpretation eines Tests und haben im Idealfall mit Kindern und Jugendlichen, speziell mit begabten und hochbegabten, bereits gearbeitet. Zudem können sie die betreffenden Eltern und/oder Lehrerinnen und Lehrer über die Zuverlässigkeit und Genauigkeit des jeweiligen Tests informieren. Auskünfte gibt der Schulpsychologische Dienst der jeweiligen Stadt.
Welcher Test?
Vor Durchführung eines Intelligenztests sollte sichergestellt sein, dass er mehrere unterschiedliche Bedingungen erfüllt:
Nach dem Test
Das erhoffte Ergebnis eines Intelligenztests ist – natürlich – ein möglichst hoher Intelligenzquotient (IQ). Jedoch ist Vorsicht geboten. Ein hoher IQ ist zwar ein deutlicher Hinweis auf eine hohe intellektuelle Begabung – aber er garantiert längst nicht eine erfolgreiche Schullaufbahn (siehe auch Was sind "Minderleister"?) und spätere berufliche Karriere. Begabte Kinder sind und bleiben zunächst einmal eins – Kinder.
Mit einem hohen IQ beginnt auch für sie, ihre Eltern und ihre Lehrerinnen und Lehrer nicht automatisch eine neue Welt, ein neues Leben, auch wenn dies manchmal so dargestellt wird. Aber es eröffnet sich die Chance, genauer hinzusehen und gezielter zu fördern. Ein Intelligenztest, sofern er möglichst viele Bereiche der jungen Persönlichkeit umfasst, kann helfen, vorhandene Anlagen, Stärken aber möglicherweise auch Schwächen greifbar zu machen und positiv zu entwickeln. Deshalb brauchen Kinder und Jugendliche nach einem Test zunächst Ermutigung und Motivation, sich auf ihre individuellen Fähigkeiten und Potentiale einzulassen.
Und sollte das Ergebnis nicht so positiv sein, geht die Welt auch nicht unter. Die wichtigsten Voraussetzungen für Erfolg sind – egal ob ein IQ über 130 vorliegt oder nicht – harte Arbeit, emotionale Unterstützung, vielfältige Anregungen und eine positive Einstellung. In jedem Fall gilt es, alle vorhandenen Möglichkeiten zur Förderung der Begabung oder der Begabungen zu nutzen, denn der beste Test ist kein Garant dafür, alle schlummernden Fähigkeiten zu entdecken.
Intelligenztests im Überblick finden Sie unter Welche Testverfahren gibt es? Siehe hierzu auch Begabung braucht frühe Förderung.
Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. bei Kurt A. Heller; Heinz Holling, Franzis Preckel & Miriam Vock; Franzis Preckel & Matthias Brüll; Aiga Stapf; Frank M. Spinath.
Kinder können erst ab einem Alter von etwa fünf Jahren zuverlässig getestet werden; das heißt nicht, dass jüngere Kinder auf keinen Fall getestet werden sollten, allerdings sind Ergebnisse und mögliche Einschätzungen dann weniger sicher.
Warum testen?
In erster Linie, um Eltern und/oder Lehrerinnen und Lehrern Entscheidungen über die weitere Schullaufbahn zu erleichtern:
- Frühere Einschulung
- Überspringen einer Klasse
- Verdacht auf Minderleistung (siehe auch Was sind "Minderleister?")
- andere schulische Auffälligkeiten
Wer sollte testen?
Auf keinen Fall das Internet! Tests sollten vielmehr Expertinnen und Experten mit entsprechender psychologischer Fachausrichtung durchführen. Sie haben die erforderlichen Kenntnisse zur Durchführung, Auswertung und Interpretation eines Tests und haben im Idealfall mit Kindern und Jugendlichen, speziell mit begabten und hochbegabten, bereits gearbeitet. Zudem können sie die betreffenden Eltern und/oder Lehrerinnen und Lehrer über die Zuverlässigkeit und Genauigkeit des jeweiligen Tests informieren. Auskünfte gibt der Schulpsychologische Dienst der jeweiligen Stadt.
Welcher Test?
Vor Durchführung eines Intelligenztests sollte sichergestellt sein, dass er mehrere unterschiedliche Bedingungen erfüllt:
- Er muss altersgerecht exakt passend sein.
- Er muss wissenschaftlichen Ansprüchen genügen.
- Er sollte ein möglichst breites Spektrum von Fähigkeiten abdecken.
- Er muss aktuell sein, also nicht älter als zehn Jahre, weil sich die durchschnittlichen Leistungen einer derartigen Stichprobe im Laufe der Zeit verändern.
- Er muss normiert sein. Was heißt das? An einer möglichst großen Gruppe – einer sogenannten Stichprobe, die im Idealfall mehrere tausend Personen umfasst – wird untersucht, wieviele Personen einer Altersgruppe welche und wie viele Aufgaben des Tests lösen können. Auf der Basis einer solchen Verteilung kann errechnet werden, wie viele gelöste Aufgaben im jeweiligen Einzeltest in ein Verhältnis zur Stichprobe gesetzt werden können, um die Position des gerade getesteten Kindes oder Jugendlichen innerhalb dieser Verteilung zu bestimmen.
Nach dem Test
Das erhoffte Ergebnis eines Intelligenztests ist – natürlich – ein möglichst hoher Intelligenzquotient (IQ). Jedoch ist Vorsicht geboten. Ein hoher IQ ist zwar ein deutlicher Hinweis auf eine hohe intellektuelle Begabung – aber er garantiert längst nicht eine erfolgreiche Schullaufbahn (siehe auch Was sind "Minderleister"?) und spätere berufliche Karriere. Begabte Kinder sind und bleiben zunächst einmal eins – Kinder.
Mit einem hohen IQ beginnt auch für sie, ihre Eltern und ihre Lehrerinnen und Lehrer nicht automatisch eine neue Welt, ein neues Leben, auch wenn dies manchmal so dargestellt wird. Aber es eröffnet sich die Chance, genauer hinzusehen und gezielter zu fördern. Ein Intelligenztest, sofern er möglichst viele Bereiche der jungen Persönlichkeit umfasst, kann helfen, vorhandene Anlagen, Stärken aber möglicherweise auch Schwächen greifbar zu machen und positiv zu entwickeln. Deshalb brauchen Kinder und Jugendliche nach einem Test zunächst Ermutigung und Motivation, sich auf ihre individuellen Fähigkeiten und Potentiale einzulassen.
Und sollte das Ergebnis nicht so positiv sein, geht die Welt auch nicht unter. Die wichtigsten Voraussetzungen für Erfolg sind – egal ob ein IQ über 130 vorliegt oder nicht – harte Arbeit, emotionale Unterstützung, vielfältige Anregungen und eine positive Einstellung. In jedem Fall gilt es, alle vorhandenen Möglichkeiten zur Förderung der Begabung oder der Begabungen zu nutzen, denn der beste Test ist kein Garant dafür, alle schlummernden Fähigkeiten zu entdecken.
Intelligenztests im Überblick finden Sie unter Welche Testverfahren gibt es? Siehe hierzu auch Begabung braucht frühe Förderung.
Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. bei Kurt A. Heller; Heinz Holling, Franzis Preckel & Miriam Vock; Franzis Preckel & Matthias Brüll; Aiga Stapf; Frank M. Spinath.