Zum Begriff

Was ist Begabung?

Es gibt bislang keine allgemein gültige oder allgemein anerkannte Definition des Begriffs Begabung. Das mag erstaunen, wenn man bedenkt, wie lange und wie ausführlich sich sowohl Wissenschaft als auch Öffentlichkeit mit Begabung bzw. Begabten beschäftigen. Einigkeit herrscht derzeit lediglich darin, dass Begabung keinesfalls mit Leistung gleichzusetzen ist. Aber man kann Begabung als individuelles Potenzial zu hohen, ungewöhnlichen Leistungen beschreiben.
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Mit anderen Worten: Begabten wird zuerkannt, möglicherweise oder wahrscheinlich Außergewöhnliches zu leisten. Ein solches Potenzial kann sich zusätzlich durch positive Bedingungen entwickeln, z.B. durch gezielte Anregung oder Förderung, das muss aber nicht in jedem Fall so sein.

So betrachtet, kann sich Begabung etwa zeigen als
  • intellektuelle Begabung, oft mit Intelligenz gleichgesetzt,
  • musisch-künstlerische Begabung,
  • sensomotorische Begabung (von Sport bis Feinmechanik) und
  • soziale Begabung.
Tatsächlich zeigt sich Begabung in der Regel in zwei oder mehreren Fähigkeitsbereichen. Daher ist auch die Vorstellung vom hochintelligenten, aber sozial auffälligen Genie falsch. Genau wie soziale Hochbegabung entsprechend nicht bedeutet, dass sie vom allgemeinen Bereich der Intelligenz unabhängig zu sehen ist.

Die Grenzen sind fließend

In der öffentlichen Diskussion scheint häufiger von Hochbegabung als von Begabung die Rede zu sein. Allgemein konzentriert sich die Beschäftigung mit Hochbegabung bzw. Hochbegabten auf den intellektuellen Bereich. Zu beachten ist aber in jedem Fall, dass Grenzen zwischen Begabung und Hochbegabung – möglicherweise sogar Höchstbegabung – fließend sind, und dass eine Eingrenzung der Betrachtung auf Intelligenz (und deren Messbarkeit) allein andere, ebenfalls wichtige Persönlichkeitsmerkmale vernachlässigt.

In der Forschung wurden verschiedene Versuche einer Annäherung entwickelt. Joseph S. Renzulli bezeichnet Begabung in seinem berühmt gewordenen „Drei Ringe-Modell“ als Schnittmenge von
Eine Weiterentwicklung dessen stellte Franz J. Mönks vor, der eine Schnittmenge von hohen intellektuellen Fähigkeiten, Motivation und Kreativität in ein Dreieck äußerer, sozialer Einflussfaktoren einbindet: Schule, Freunde/Gleichaltrige und Familie.

Jenseits jeden Versuchs einer umfassenden Definition steht der Alltag, in dem immer wieder Kinder bzw. Jugendliche durch ungewöhnliches Leistungsvermögen wie ungewöhnliche Leistungsbereitschaft in einem oder mehreren Bereichen auffallen, die über dem Durchschnitt liegen und die eine positive Weiterentwicklung erhoffen lassen.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. bei Konrad Paul Liessmann, Andreas Schlüter & Peter Strohschneider; Heike Schmoll; Detlef H. Rost; Albert Ziegler.
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