Begabungslotse
Wissen A-Z
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Äußere Differenzierung
Förderprogramme für begabte Schülerinnen und Schüler außerhalb des Klassenverbands, z. B. durch Arbeitsgemeinschaften bzw. Vorbereitung auf Wettbewerbe (siehe auch Fördermodelle in der Schule). -
Akzeleration
Beschleunigtes Lernen, d.h. schnellere Bewältigung des Lernstoffs z.B. durch vorzeitige Einschulung, Überspringen von Klassen, Teilunterricht in höheren Klassen (siehe auch Fördermodelle in der Schule) . -
Asynchrone Entwicklung
Nicht parallel verlaufende Entwicklung begabter Kinder auf intellektueller Ebene im Gegensatz zur körperlich-emotionalen Ebene. -
Binnendifferenzierung
Fördermaßnahmen für begabte Schülerinnen und Schüler im Rahmen des regulären Klassenverbands, z. B. durch zusätzliche bzw. differenzierte Aufgabenstellung, individuell auf die jeweilige Person zugeschnitten (siehe auch Fördermodelle in der Schule). -
Diagnostik
Hier das differenzierte Erkennen und Bestimmen von (Hoch-)Begabung, z.B. durch einen Intelligenztest (siehe dort). -
Drehtürmodell
Spezifisch auf begabte Schülerinnen oder Schüler zugeschnittene Teilnahme am Unterricht einer anderen Klasse, entweder der gleichen Jahrgangsstufe, z. B. um eine weitere Fremdsprache zu lernen, oder einer höheren Jahrgangsstufe, um einer höheren individuellen Begabung gerecht zu werden. -
Emotionale und soziale Begabung
Von der allgemeinen Intelligenz wird mitunter eine soziale oder auch emotionale Intelligenz bzw. Begabung unterschieden. Benannt werden so besondere Fähigkeiten, die Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen von Personen (und sich selbst) zu verstehen, in sozialen Situationen zu urteilen und diese zu gestalten. Wichtig ist: Diese Unterscheidung darf nicht zu der falschen Annahme führen, es handele sich um von der allgemeinen Intelligenz eindeutig abgrenzbare und von ihr völlig unabhängige Formen der Intelligenz bzw. Begabung. Wissenschaftler im In- und Ausland diskutieren derzeit kontrovers darüber, ob und inwieweit die alternativen Konzepte von Begabung als theoretisch angemessen fundiert gelten können. -
Enrichment
Vertieftes Lernen, d.h. Ergänzung des Unterrichtsangebots durch Vertiefung bestimmter Themen innerhalb oder Setzung zusätzlicher Schwerpunkte außerhalb des Unterrichts. Der Vorteil liegt in der individuelleren Förderung (siehe auch Fördermodelle in der Schule). -
Extrinsische Motivation
Motivation (siehe dort) zum Erbringen einer Leistung nicht um ihrer selbst willen, sondern für eine Belohnung, z.B. das Lösen einer Aufgabe für eine gute Schulnote und nicht, weil die Aufgabe an sich reizvoll ist. Auch folgenorientierte Motivation genannt (siehe auch Kreativität und Motivation). Gegenteil: Intrinsische Motivation (siehe dort). -
Intelligenz
Gemeint ist in der Regel die allgemeine Intelligenz („g“), verstanden als breite, mehrere Bereiche (etwa Wortschatz, schlussfolgerndes Denken, räumliche und numerische Fähigkeiten, Gedächtnis- und Wahrnehmungsleitsung) umfassende intellektuelle Fähigkeit.
Alternative Ansätze zu dieser traditionellen Konzeption von Intelligenz (z. B. soziale Intelligenz, multiple Intelligenz, emotionale Intelligenz) werden wissenschaftlich kontrovers diskutiert.
(siehe auch "Emotionale und soziale Begabung"). -
Intelligenzquotient (IQ)
Eine Zahl, die das intellektuelle Leistungsvermögen eines Menschen im Verhältnis zu dessen jeweils repräsentativer Bezugsgruppe (z.B. alle sechsjährigen Grundschulkinder) umschreibt. Der IQ ist kein absolutes Maß, sondern gibt stets einen Zusammenhang an. Das Ergebnis eines Intelligenztests (siehe dort) beruht auf der Annahme, dass Intelligenz in der Bevölkerung normal verteilt ist. Der Mittelwert dieser Verteilung wird mit der Zahl 100 (IQ = 100) bezeichnet; bei einem IQ von über 130, den 2,2 Prozent der Bevölkerung erreichen, spricht man von Hochbegabung. -
Intelligenztest
Verfahren zur mittelbaren Erfassung intellektueller Begabung, meist jedoch nur eines Ausschnitts daraus. Ein Test, der alle intellektuellen Fähigkeiten misst, ist noch nicht entwickelt worden, gleichwohl erlauben die aktuellen und normierten Tests ca. ab Schulalter eine relativ zuverlässige Einschätzung intellektueller Fähigkeiten (siehe auch Welche Testverfahren gibt es? und Testen – ja oder nein?). -
Intrinsische Motivation
Motivation (siehe dort) zum Erbringen einer Leistung um ihrer selbst willen und nicht weil z. B. eine gute Schulnote damit verbunden ist. Auch aufgabenorientierte Motivation genannt (siehe auch Kreativität und Motivation). Gegenteil: Extrinsische Motivation (siehe dort). -
Kreativität
Fähigkeit, anders zu denken und zu handeln als gewohnt bzw. üblich, z. B. etwas Neues zu schaffen, noch nicht erkannte Zusammenhänge herzustellen oder originelle Lösungsmöglichkeiten für erkannte Probleme zu finden und anzuwenden. Kreativität gilt als wichtiger Bestandteil von Begabung (siehe dort), (siehe auch Kreativität und Motivation). -
Minderleister / Minderleistung
Siehe Underachiever (siehe auch Was sind "Minderleister"?). -
Motivation
Gesamtheit der Beweggründe, die jemanden dazu bringen, etwas Bestimmtes gründlich, konzentriert und auf Dauerhaftigkeit gerichtet zu leisten (siehe auch Kreativität und Motivation). Zu unterscheiden in extrinsische und intrinsische Motivation (siehe dort). -
Overachiever
Schülerinnen bzw. Schüler, die Leistungen oberhalb ihres eigentlich vorhandenen Potentials erbringen. Dabei liegt keine Hochbegabung vor, sie erzielen ihre Leistung vielmehr durch besondere Kreativität oder überdurchschnittlichen Fleiß. -
Selbstgesteuertes Lernen
Teilbereich der Binnendifferenzierung (siehe dort), bei dem Schülerinnen und Schüler ihren individuellen Lernprozess weitgehend selbstständig gestalten. Setzt hohe Lernfähigkeit und intrinsische Motivation (siehe dort) voraus. -
Separation
Zusammenfassen von (hoch)begabten Schülerinnen und Schülern in getrennten Klassen bzw. Schulen. Gilt als eine besonders intensive und umfassende schulische Fördermöglichkeit. -
Underachiever / Underachievement
Schülerinnen und Schüler, die trotz nachgewiesener (Hoch-)Begabung ohne Schwächen in bestimmten Bereichen ("Teilleistungsschwäche" wie z.B. Legasthenie) nur durchschnittliche oder gar unterdurchschnittliche Leistungen in der Schule erbringen. Auch "Minderleister" genannt. Ursachen für ein solches Underachievement ("Minderleistung") sind vielfältig und individuell sehr verschieden (siehe auch Was sind "Minderleister"?).