Die Persönlichkeit ist der Schlüssel

500 Experten diskutierten auf Fachtagung „Perspektive Begabung“ in Köln über Persönlichkeitsentwicklung

Die Persönlichkeitsentwicklung ist das Schlüsselthema für die Bildung in der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts. Das wurde auf der Fachtagung „Perspektive Begabung“ in Köln deutlich. Rund 500 Bildungsexperten aus ganz Deutschland kamen zum Spitzentreffen der Talentförderer. Bildung & Begabung richtete die jährliche Fachtagung bereits zum sechsten Mal aus. Das Thema lautete diesmal „Begabung braucht Persönlichkeit“.

»Begabung braucht Persönlichkeit»

  • Dienstag, 9. Mai 2017
    9:30 - 16:30 Uhr
  • Maternushaus
    Kardinal-Frings-Straße 1-3
    50668 Köln (Nähe Hbf.)
  • Das Kurzprogramm der Tagung steht hier zum Download bereit.
  • Die Tagung wird gefördert durch Bundesministerium für Bildung und Forschung, Stifterverband und Peters-Beer-Stiftung.

Tagungs-Doku

im #pb17 MEDIA POOL finden Sie eine ausführliche Tagungsdokumentation mit Podcasts, Videos, Fotos und Graphic Recording.




Angela von Wietersheim

Angela von Wietersheim

  • Leiterin Wissen­schafts­transfer
  • (02 28) 959 15-91

Nikolaus Sedelmeier

Nikolaus Sedelmeier

  • Leiter Kommunikation
  • (02 28) 959 15-62

09.05.2017
„Die Wissensvermittlung wird durch die künstliche Intelligenz zerstört. Das wird das Berufsbild der Lehrer radikal verändern“, sagte der Zukunftsforscher Peter Spiegel auf der Fachtagung voraus. Durch die digitale Transformation werde die Persönlichkeitsentwicklung zum Bildungsthema der Zukunft. „Überall brauchen wir mündige Bürger“, sagte Spiegel. Im 21. Jahrhundert seien Kreativität und Kollaboration gefragt.

Auch Bildung & Begabung-Geschäftsführerin Elke Völmicke betonte: „Persönlichkeitsförderung war immer schon ein Kernthema der Bildungsarbeit. Der digitale Wandel fordert die Persönlichkeitsentwicklung nun aber geradezu heraus.“ Es gehe insbesondere darum, Selbstkompetenz und Urteilskraft der Jugendlichen zu fördern.

Empathie und Kreativität gefragt

Die Bildungsinnovatorin Margret Rasfeld forderte einen pädagogischen Kurswechsel: „Die Schule muss sich radikal und fundamental verbessern. Die Lehrer haben auch keine Lust mehr auf die kleinen Schritte.“ Rasfeld fügte hinzu: „Der Wirkungsgrad der Schule beim Wissen geht gegen null, Schule ist aber wirkmächtig, was gelebte Haltung betrifft.“ Ein werteorientiertes Lernen vermittle den Umgang mit Mehrdeutigkeit, Empathie und Kreativität.

Die Regisseurin und Leiterin des Jungen Volkstheaters Wien, Constance Cauers, sagte, das Theater könne Kindern helfen, eine Haltung zur Welt zu entwickeln. „Ausprobieren, neu erfinden, Umwege gehen, das gehört zum schöpferischen Prozess dazu.“ Wissenschaftler, Lehrkräfte, Trainer und andere Experten sprachen auf der Tagung über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Lehrkompetenzen und gaben Best-Practice-Einblicke. Was braucht es, damit sich Kinder und Jugendliche für ein selbstbestimmtes Leben gut entwickeln? Wie sieht eine Förderung aus, die jedes Kind mit seinem individuellen Charakter in den Mittelpunkt stellt, gleichzeitig aber auch den Lehrkräften gerecht wird? Und mit welchen Methoden können Talentförderer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen?

Mit diesen Fragen befassten sich zahlreiche Vorträge, Praxisforen und Diskussionen. So stellte etwa der Hirnforscher Gerhard Roth in Köln sein „neurobiologisch inspiriertes Modell“ über Begabung und Persönlichkeit vor. Er zeichnete in seinem Vortrag die Entwicklung von Intelligenz und Begabung von vorgeburtlichen Einflüssen bis hin zum lebenslangen Lernen im Erwachsenenalter nach. Zahlreiche weitere Bildungsexperten auch aus Österreich stellten aktuelle Projekte vor.

Die Fachtagung "Perspektive Begabung" wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Stifterverband und der Peters-Beer-Stiftung.

Weitere Informationen unter: www.bildung-und-begabung.de/perspektive2017


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