News
drucken

Resonanzoase in der Bildungslandschaft

Wissenschaftliche Studie zur Deutschen SchülerAkademie erschienen

Die Teilnahme an einer Deutschen SchülerAkademie ist für viele Jugendliche ein besonderes Erlebnis. Viele schwärmen von der besonderen Atmosphäre und dem solidarischen Gemeinschaftsgefühl. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagen sogar, sie hätten während des 16-tägigen Aufenthalts mehr gelernt als in einem ganzen Schuljahr. Was aber zeichnet diese einzigartige Lern- und Bildungserfahrung aus? Lässt sich das Erfolgsrezept womöglich auf die Schule übertragen?

Deutsche SchülerAkademie



Die Deutsche SchülerAkademie (DSA) ist ein außerschulisches Programm zur Förderung besonders leistungsfähiger und motivierter Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. Die Akademien finden in den Sommerferien statt und dauern jeweils 16 Tage. Sie bestehen aus sechs Kursen mit Themen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Die fachliche Arbeit in den Kursen wird durch zahlreiche kursübergreifende Angebote (z.B. Sport, Musik, Theater, Exkursionen, Vorträge) ergänzt.



Volker Brandt

Volker Brandt

  • Leiter Deutsche Schüler­­Akademie
  • (02 28) 959 15-44

15.05.2017
Jens Beljan, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bildung und Kultur der Friedrich-Schiller Universität Jena, forscht nach gelingenden Formen des Lernens und Lehrens ̶ den Kernpunkten aller Pädagogik schlechthin. Nach Gesprächen mit ehemaligen Teilnehmern entstand die Idee, das Geschehen auf einer Deutschen SchülerAkademie wissenschaftlich auf Resonanzphänomene zu beleuchten. Beobachtungen als Assistenz der Akademieleitung im Jahr 2014 kamen seiner Forschung zugute.

Das Vorwort zur Dissertation von Jens Beljan schrieb Hartmut Rosa (Bild: Verlagsgruppe Beltz, www.beltz.de).
Auf den Spuren des Soziologen Hartmut Rosa, der das Resonanzkonzept unter anderem anhand seiner Erfahrungen als langjähriger Akademieleiter entwickelt hat, untersuchte Beljan resonanzpädagogische Phänomene zwischen Lehrenden, Lernenden, Inhalten und sozialer Umwelt. Seine Ergebnisse zur Deutschen SchülerAkademie präsentiert er in einem zentralen Kapitel seines im Jahr 2017 erschienenen Buches „Schule als Resonanzraum und Entfremdungszone. Eine neue Perspektive auf Bildung“ (Beltz Juventa, Weinheim).

Seine Antwort lautet: Die Deutsche SchülerAkademie erzeugt und provoziert „Resonanzen“, die entstehen, wenn sich die Teilnehmenden die Akademie anverwandeln und gemeinsam zum „Klingen“ bringen. Dabei spielen Haltungen und Umgangsformen ebenso eine zentrale Rolle, wie spezifische vergemeinschaftende Praktiken und institutionelle Rahmenbedingungen, durch die die Stimmen der Einzelnen hörbar gemacht werden. Durch diese Bausteine wird die Deutsche SchülerAkademie zu einer Resonanzoase in der deutschen Bildungslandschaft – Bausteine, die sich Beljan zufolge durchaus auf die Schule übertragen lassen. Wer will, dass Bildung gelingt, müsse „Entfremdungszonen“ in der Schule verringern und „Resonanzräume“ erschließen.

Mehr Informationen: www.deutsche-schuelerakademie.de
Diesen Artikel weiterempfehlen:
facebook twitter Google