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"Mathematik ist Kreativität pur"

Kano Bacho über seine Liebe zu den Zahlen

Mathematik gilt allgemeinhin als eher trockene Materie. Zu Unrecht, findet Kaniuar Bacho, den alle nur „Kano“ nennen. Wenn man sich mit dem Studenten und zweimaligen Gewinner des Bundeswettbewerbs Mathematik über seine Lieblingsdisziplin unterhält, begreift man schnell, worin das Faszinierende der Mathematik liegt. Und erfährt: Mathe kann tatsächlich glücklich machen.

Jahresbericht 2017/18

Dies ist ein Artikel aus dem Jahresbericht 2017/18. Hier kann der Bericht durchgeblättert, heruntergeladen oder als Printausgabe bestellt werden.

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22.11.2018
Gibt es so etwas wie ein Mathe-Gen? Spricht Kaniuar „Kano“ Bacho über seine Familie, wird schnell klar: Eine biographische Vorprägung ist nicht von der Hand zu weisen. Schon der Großvater des 20-jährigen Studenten aus dem westfälischen Gronau hatte beruflich mit Zahlen zu tun – als Landvermesser in Syrien, von wo Kanos Eltern in den 1990er Jahren nach Deutschland kamen. Sein ältester Bruder promoviert in Berlin zu Differentialgleichungen, der zweitälteste schließt gerade seinen Master ab – ebenfalls in Mathematik. Kano selbst kam schon als Fünftklässler in einer Mathe-AG mit komplexen Gleichungen in Kontakt. Als Gymnasiast gewann er zweimal eine Goldmedaille beim Bundeswettbewerb Mathematik und durfte am Max-Planck-Institut mit nationalen und internationalen Spitzenmathematikern forschen.

Seit dem vergangenen Jahr studiert Kano sein Lieblingsfach an der Universität Bonn. Das Niveau an der Uni sei im Vergleich zum Mathe-Unterricht in der Schule deutlich höher, berichtet er mit leuchtenden Augen: „Im Studium habe ich sehr viele Sachen verstanden, die vorher gar nicht klar waren.“ Oft brüte er stundenlang über komplizierten Gleichungen. Aber es lohne sich, denn schließlich sei Mathematik die Grundlage für viele andere Disziplinen, wie zum Beispiel Physik oder Ingenieurswissenschaften: „Im Endeffekt kann man alles auf Mathe zurückführen.“

Ein indisches Mathe-Genie als Vorbild

Dabei stehen für das Mathe-Talent Nützlichkeitsaspekte weniger im Vordergrund. Kano Bacho ist überzeugt: „Mathematik ist Kreativität pur.“ Es gehe vor allem darum, elegante Lösungen für komplexe Probleme zu finden, neue Sichtweisen auf komplizierte Strukturen zu gewinnen. Ganz besonders faszinieren ihn die ungelösten Probleme der Mathematik: „Einige sind so einfach formuliert, da kann man gar nicht glauben, dass die noch nicht gelöst wurden.“ Aber Mathe ist nicht nur eine Wissenschaft im stillen Kämmerlein, sondern auch Teamsport: „Wenn ich mich mit Freunden über mathematische Probleme unterhalte, bekomme ich ganz neue Perspektiven.“

Apropos Sport: Trotz der hohen Arbeitsintensität im Studium findet Kano noch genügend Zeit für Freizeitaktivitäten. Wenn er mal nicht am Problemlösen ist, geht er joggen oder spielt Fußball. Ausdauer brauche man auch im Mathe-Studium, findet Kano: „Es geht darum, sich viel Wissen anzueignen.“ Aber: „Ohne Spaß geht es nicht.“ Beim Bundeswettbewerb Mathematik saß er häufig mehrere Wochen an einer Aufgabe: „Als ich die dann gelöst hatte, war ich wirklich glücklich.“ Für die Zeit nach dem Studium hat Kano schon konkrete Pläne. Gerne würde er in Forschung gehen, Mathematikprofessor werden und seinem Vorbild, dem indischen Mathematiker S. Ramanujan nacheifern: „Das war ein Genie, der kannte Formeln, die sonst keiner kannte.“
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