Daten-Detektiv mit Improvisationstalent

DSA-Alumnus Jannik Buhr im Porträt

„Data Literacy“, also das Sammeln, Analysieren und Interpretieren von Datensätzen, wird heutzutage immer wichtiger. Auch Biochemiker wie Jannik Buhr beschäftigen sich intensiv mit Daten. Der 24-Jährige studiert in Heidelberg und analysiert dort mithilfe von Computermodellen menschliche Zellen. Bei der Studienwahl haben ihm auch seine Erfahrungen geholfen, die er als Teilnehmer der Deutschen SchülerAkademie sammelte.
Deutsche Schüler-Akademie

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Die Deutsche SchülerAkademie ist eine der Marken in der Begabungsförderung. Jeden Sommer bringt die DSA zwei Wochen lang große Talente zusammen.

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Deutsche JuniorAkademien

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Die Deutschen JuniorAkademien richten sich an besonders engagierte und leistungsbereite Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Sie orientierten sich am Konzept der Deutschen SchülerAkademien. Bildung & Begabung koordiniert die Programmentwicklung der JuniorAkademien, die in den Bundesländern organisiert werden.

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Club der Ehemaligen der Deutschen SchülerAkademien e.V. (CdE)

Der CdE ist ein Zusammenschluss von ehemaligen Teilnehmenden am Programm der Deutschen SchülerAkademie. Er wurde ins Leben gerufen, um den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, auch über das Erlebte hinaus in regen Kontakt mit anderen interessierten Teilnehmenden, Studierenden und Berufstätigen aus ganz Deutschland und aus vielen anderen Ländern zu treten.
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Ulrike Leikhof

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  • Leiterin Akademien
  • (02 28) 959 15-70

Matthias Bunk

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  • Projektleiter Kommunikation
  • (0228) 959 15-61

Angefangen hat alles vor über zehn Jahren mit einem Kurs bei der Deutschen JuniorAkademie (DJA) in Meisenheim. „Damals habe ich einen Genetik-Kurs gemacht, mit zwei wunderbaren Kursleitern“, erinnert sich Jannik Buhr. Für den heute 24-Jährigen die Eintrittskarte in die Welt der Naturwissenschaften. Zwar gesteht Jannik, im Allgemeinen wenig vorauszuplanen. Aber: „Ich glaube nicht, dass ich das Studium so gewählt hätte, wenn ich nicht Jahre vorher auf einer Akademie gewesen wäre.“

Nach dem Abitur zog es den gebürtigen Andernacher aber erst einmal für ein Jahr nach Neuseeland. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jannik bereits weitere Akademie-Erfahrungen gesammelt. Denn außer in Meisenheim nahm er 2013 an der Deutschen SchülerAkademie (DSA) in Grovesmühle teil. In einem Kurs zum Thema „Kabarett“ beschäftigte er sich dort mit der Geschichte und der Funktionsweise dieser Kunstform und stellte zusammen mit anderen Jugendlichen auch ein Bühnenprogramm auf die Beine.

Der DSA ist Jannik auch nach der Schulzeit treu geblieben – als Mitglied des Clubs der Ehemaligen (CdE), dem Alumni-Verein der Deutschen SchülerAkademie. Der CdE organisiert nach dem Vorbild der Sommerakademien eigene Veranstaltungen mit einer vielfältigen Kursauswahl und einem breiten Spektrum an Freizeit- und Kulturaktivitäten. Jannik war schon mehrmals dabei, belegte Kurse zu Spieldesign, Webentwicklung und Debattentraining und bot sogar selbst einen Workshop an. Der Student ist beeindruckt von der Bandbreite des Angebots: „Ich kann jedem empfehlen, sich auch außerhalb der Naturwissenschaften zu engagieren. Viele Fähigkeiten habe ich in den Kursen gelernt, die weniger akademisch waren.“ Ganz besonders hilfreich fand der Theater-Fan den Input zu Improvisationstheater und kreativen Präsentationstechniken. Denn: „So ein bisschen schauspielern tun wir doch alle.“

Bei der Deutschen SchülerAkademie wurde Jannik Buhrs Forschergeist geweckt.


„Programmieren ist wie ein Krimi – nur dass man gleichzeitig Mörder und Detektiv ist"

Im Rahmen seines Master-Studiums an der Universität Heidelberg beschäftigt Jannik sich allerdings weniger mit den schönen Künsten als mit komplexen biochemischen Prozessen. Am Computer simuliert er, wie Proteine mit Zellmembranen interagieren. Dabei arbeitet er interdisziplinär mit Forschenden aus anderen Fachbereichen zusammen, zum Beispiel aus der Physik, Chemie oder Mathematik.

Das Sammeln von Daten und das Verstehen von Grafiken und Statistiken ist für den Nachwuchs-Wissenschaftler eine wichtige Zukunftskompetenz: „Das kritische Hinterfragen ist super spannend: Wo kommen die Daten her? Was bedeutet das? Welche Fehler kann man bei der Visualisierung von Daten machen?“ Dabei helfen seiner Meinung nach auch Grundkenntnisse im Programmieren, wodurch das Erlernte erst anwendbar werde. Außerdem lerne man dabei Fähigkeiten, die auch in anderen Bereichen helfen, wie z.B. Problemlösungs-Kompetenzen oder auch eine gewisse Frustrationstoleranz: „Programmieren heißt: Man schreibt einen Code – und häufig funktioniert der zuerst nicht. Und dann muss man herausfinden, warum er nicht funktioniert. Jemand Schlaues hat einmal gesagt: Programmieren ist wie ein Krimi. Nur dass man gleichzeitig Mörder und Detektiv ist.“

Jannik kann sich gut vorstellen, auch nach seinem Master-Abschluss weiter in der wissenschaftlichen Forschung tätig zu sein. Derzeit zieht es ihn vor allem in die Lehre. Gerade hat er sein erstes Seminar geleitet und Drittsemestern Grundlagen in der Statistik und der Programmiersprache „R“ beigebracht. Als nächstes steht nun eine Fortbildung für die eigenen Kommilitonen an. Vielleicht wird der Daten-Detektiv also demnächst zum Detektiv-Ausbilder – nicht zuletzt dank der Deutschen SchülerAkademie.
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